ZUM KOMMENTAR IN DER SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG (18.4.2026) : Gesundheitsministerin: "Sie liebt die Pharmafirmen"

18. April 2026 // Holger H. Lührig

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU), die eine umfassende Gesundheitsreform auf den Weg bringen soll, hat es dieser Tage nicht leicht. Ein Referentenentwurf aus ihrem Hause hat vielfältige Kritik ausgelöst. Ein Kommentar in der Samstag-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung bescheinigt der Ministerin nun, sie wolle offenbar die Pharmafirmen schonen und belaste dafür lieber Arbeitgeber anderer Branchen und die Arbeitnehmerschaft. Kritik bekommt die Ministerin sogar aus den Reihen der von ihr geführten Frauen Union und von der Schwesterpartei CSU, ganz zu schweigen von den zivilgesellschaftlichen Organisationen.

In dem Kommentar in der Süddeutschen Zeitung vom 18. April 2026 hat Autor Bastian Brinkmann der Bundesgesundheitsministerin unter der Überschrift „Sie liebt die Pharmafirmen“ bescheinigt, sie habe sich dafür entschieden, „Unternehmen und Besserverdienende stärker zu belasten, damit sie die Pharmaindustrie schonen kann“. Entgegen den Empfehlungen der von der Ministerin eingesetzten Expertenkommission habe sie sich für die Medikamentenhersteller entschieden. Brinkmann hält der Ministerin entgegen, dass nirgendwo die Pharmaindustrie so gut verdiene als in Deutschland. Bezahlen müssten deren Profite die Beitragszahler. Dabei stimme de Balance aus Kosten und Nutzen bei den Medikamenten nicht: „Doch anstatt sich mit der mächtigen Pharmalobby anzulegen, erhöht Warken die Lohnnebenkosten in der längsten Wirtschaftsmisere der Bundesrepublik. (..) Der Vorschlag der Gesundheitsministerin verteilt Geld um: von allen Wirtschaftsbranchen zur Pharmaindustrie“.


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